«Get Going!» 2021


ermöglicht neue Perspektiven


Dem Gedanken von «Get Going!» liegt die Philosophie des «Möglichmachens» zugrunde.

2018 hat die FONDATION SUISA ihre Förderungspolitik erneuert und vergibt seitdem jährlich vier «Get Going!»-Beiträge.

Bei «Get Going!» handelt es sich um eine Anstossfinanzierung.

«Get Going!» soll für möglichst viele musikalisch-kreative Menschen zugänglich sein. Die Musikschaffenden sollten in ihren kreativen Vorstellungen möglichst wenig eingeengt werden. 

Die «Get Going!»-Beiträge 2021 gehen an...

Herzliche Gratulation an alle!


Aussergewöhnliche Zeiten verlangen nach aussergewöhnlichen Massnahmen: Anstelle von vier vergibt die FONDATION SUISA dieses Jahr gleich elf «Get Going!-Beiträge in der Höhe von je 25’000 Schweizer Franken.

Die Schweizer Musikschaffenden leiden noch immer erheblich unter den Auswirkungen der Pandemie. Die letzten Monate haben deutlich aufgezeigt, dass es nach wie vor schwierig bis fast unmöglich ist, ein rein publikumsorientiertes Musikschaffen – sprich Konzerte und Tourneen – zu planen, geschweige denn durchzuführen. «Die FONDATION SUISA möchte gerade auch in dieser nach wie vor sehr schwierigen Zeit als verlässlicher Partner der Musikschaffenden wahrgenommen werden», sagt Stiftungsdirektor Urs Schnell. «Deshalb haben wir unsere Förderaktivitäten angepasst und unser Schwergewicht vermehrt auf die Schaffungsprozesse ausgerichtet.» 

«Wir wollten und mussten flexibler reagieren»

Die Jury, bestehend aus Bernard Cintas, Zeno Gabaglio, Anna Gosteli und Kathrin Renggli, hat es sich nicht einfach gemacht. Über 150 «Get Going!»-Eingaben wurden eingehend geprüft. Allesamt zeigten sie in aller Deutlichkeit auf, dass der kreative Geist der Szene auch in pandemischen Zeiten nicht ruht. Im Gegenteil.
 
«Covid 19 scheint neben der musikalischen Auseinandersetzung auch auf inhaltlicher Ebene mobilisiert zu haben. Noch nie hatten wir so viele Eingaben, die mit philosophischen, politischen oder gesellschaftskritischen Gedanken untermauert waren», erklärt Kathrin Renggli. Und auch Zeno Gabaglio zeigt sich begeistert ob der der Vielfalt der eingegangenen Projekte: «Die Qualität und Diversität in der Schweizer Musik kennt keine geografischen oder sprachlichen Grenzen. Wir erhielten spannende Beiträge aus allen Teilen und Ecken des Landes, aus den urbanen Zentren ebenso wie aus den entlegensten Gebieten.»
 
Gerade unter den aktuellen Bedingungen entpuppt sich «Get Going! als ein wertvolles Instrument zur Aufrechterhaltung der kreativen Energie der aktuellen Schweizer Musikszene. Deshalb «wollten und mussten wir flexibler reagieren», erklärt Urs Schnell. Unter diesen Gegebenheiten habe es sich zweifellos gelohnt, derzeit mehr in «Get Going!» zu investieren, unterstreicht er den Entschluss, dieses Jahr gleich elf spannende Projekte mit einer Anstossfinanzierung zu unterstützen.

Erfahren Sie mehr über unsere elf Get Going!-Begünstigten hier:

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ANTOINE CHESSEX

Komponist Antoine Chessex entwickelt eine neue Richtung in seiner musikalischen Praxis, die sich an der Schnittstelle zwischen Klangkunst und akustischer Ökologie verortet und eine transversale Vorgehensweise notwendig macht. In dieser Suchbewegung greift Chessex auf Praktiken und Konzepte der akustischen Ökologie und Sound Studies zurück, audiographiert nicht-menschliche Soundscapes und komponiert diese mittels instrumentaler Bearbeitung zu einer Sonic Fiction. Er exploriert, wie Klang als Auslöser von auditiven Imaginationen eine Ökologie des Zuhörens ermöglichen kann und erforscht koexistierende menschliche und nicht-menschliche Stimmen in ihrer komplexen und fluiden Verstrickung.

soundcloud.com/antoine-chessex
soundimplant.com/achessex

ARIS BASSETTI

Aris Bassetti ist ein Visual Designer, der Musik macht. 2005 gründet er Peter Kernel und spielt in mehr als 800 Konzerten in ganz Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada. 2006 gründet er das Label On the Camper Records, mit dem er dreimal mit dem Preis Migros Kulturprozent als bestes Schweizer Label ausgezeichnet wird. Mit 7 veröffentlichen Alben und verschiedener Musik für Filme, TV-Serien und Theaterstücke wird er 2016 für den Schweizer Musikpreis nominiert. Im Jahr 2017 gründet er das Festival La Tessinoise, mit dem die musikalische Schweiz in ganz bewusster und konkreter Weise vereint werden soll, und erzielt einen riesigen Erfolg. Ab 2017 widmet er sich auch der Produktion anderer Künstler.

facebook.com/peterkernel/aris-bassetti

BIBI VAPLAN

«Grenzen sprengen ist das Motto, Crazyness der Motor, die Sterne das Ziel»: Nach diesem Leitfaden kreierte die Engadiner Musikerin Bibi Vaplan die POPCORN-OPERA. Diese neuartige Oper lässt künstlerische Kreationen aufploppen. Erlaubt ist alles. Von Musik, Literatur, Happenings, Erfindungen bis hin zu Mini-Festivals. Finden traditionelle Opern auf einer Bühne statt, so explodiert dieses Projekt in alle möglichen Richtungen: digital, analog, live, irgendwo, überall und sogar auf dem Mond. Am 6.11.2021 endete der wohl längste Opern-«Prolog», den es je gab. Nach dieser Testphase startet die Popcorn-Opera 2023 in die grosse Ouvertüre.

bibivaplan.ch
popcornopera.ch

DANIEL ZEA
 
Der Designer, Klangkünstler und Komponist Daniel Zea arbeitet mit Performance, Bewegungsaufzeichnungs-systemen, elektronischen Basteleien, erweiterter Wirklichkeit, Video sowie computergenerierten Bildern. Im Zentrum seiner jüngsten Werke steht die Fragilität des Menschen im Angesicht der Technologie. So bieten sie einen Spiegel zwischen dem Virtuellen und dem Realen, wobei stets der Mensch im Mittelpunkt steht. Zuweilen mündet diese Reflexion in eine soziale oder politische Poetik. Sein Projekt zielt darauf ab, diese Fragilität weiter zu ergründen, wobei er seinen eigenen 3D-Avatar für die Gestaltung einer Art autobiografischer schwarzer Videokomödie einsetzt. Er ist Kodirektor des in Genf ansässigen Ensemble Vortex und unterrichtet Interaktivität an der HEAD.
 
danielzea.org

IMELDA GABS

Künstlerinnen wie Imelda Gabs sind der Grund dafür, dass Pop nie aus der Mode kommt und immer mit der Zeit geht. Sie hat belgische und kongolesische Wurzeln und wuchs in der Schweiz in Lausanne auf, wo sie von klein an Klavier, Geige und Gesang lernte. Nach einer bewegten Bühnen- und Musikkarriere mit ihrem Debüt im Alter von 14 Jahren im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, zwei Auftritten beim renommierten Montreux Jazz Festival, ihrer Teilnahme am Projekt Proxima von Docks in Lausanne und zwei selbst produzierten Singles/Clips, die 2020 und 2021 erschienen, widmet sie sich nun der Produktion ihres allerersten Albums, das genau wie ihr Werdegang gewagt und überraschend sein soll.

imeldagabs.com/
instagram.com/imeldagabs/
youtube.com/ImeldaGabs
facebook.com/imeldagabs
 
Neuer Clip  youtube.com/alter_ego

LUCIA CADOTSCH / LIUN + The Science Fiction Orchestra

„Nachdem ich mich die letzten Jahre mit meinem Trio „Speak Low“ – gemeinsam mit dem Bassisten Petter Eldh und dem Saxofonisten Otis Sandsjö – vor allem auf die Arbeit in kammermusikalischer Besetzung konzentriert hatte, ist in mir das Bedürfnis gewachsen, die klanglichen und kompositorischen Möglichkeiten eines großen Ensembles zu erforschen. Ich freue mich daher sehr darauf, im nächsten Jahr, gemeinsam mit dem Produzenten Wanja Slavin, neue Stücke für ein Orchesteralbum zu komponieren und aufzunehmen. Zudem erhoffe ich mir, dass aus der Zusammenarbeit mit den vielen spannenden Künstler*innen ein neues Ensemble entsteht, welches sich kontinuierlich weiterentwickelt, befruchtet und live auftreten wird.“ 

luciacadotsch.com
youtube.com/watch?v=OQ7ETYq0Ksg

LUMP200 / RENÉ DESALMAND 

"However, Lump200's directionless universe leads you back to yourself.“

So hat Forced Exposure schon in den Nullerjahren die Musik von René Desalmands beats & lyrics Projekt beschrieben. Parallel zum nächsten Lump200 Album entwickelt Desalmand nun zusammen mit Partner*innen eine Web-App, die im Netz zur offenen, kollektiven und öffentlichen Produktion von Audio-Inhalten einlädt. Das Album selbst wird so zur offenen Form. Beteiligung und die Trennung von stage und floor im digitalen Raum werden herausgefordert. René Desalmand ist Saxofonist, komponiert und produziert Musik für Hörspiele und Installationen und entwickelt transdisziplinäre Arbeiten.

lump200.com
desalmand.com

MARTINA LINN auf rätoromanischer Spurensuche im Haus Parli

2022 begibt sich die Bündner Sängerin und Komponistin Martina Linn auf rätoromanische Spurensuche ins Münstertal. Während drei Monaten richtet sie im Haus Parli eine Art Musiklabor ein, um alte rätoromanische Volkslieder und Gedichte in eine zeitgenössische musikalische Welt zu transportieren. Sie greift dabei ihr angestammtes Genre des Indie-Folks auf, durchbricht und erweitert das Songwriting jedoch, indem sie mit den unterschiedlichen Räumen, mit natürlichen und unnatürlichen Effekten arbeitet. Die entstandenen Songs werden im Haus arrangiert und aufgenommen, mit dem Ziel, sie in Form eines CD-Buchs – inklusive Bild- und Textmaterial, das die Spurensuche dokumentiert – zu veröffentlichen.

chasa-parli.ch
martinalinn.com

MELODIES IN MY HEAD / Daniel Jakob & Thomas Burkhalter – Popmusik aus Interviews

Mit ihrem neuen Duo Melodies In My Head wollen der Musiker Daniel Jakob und der Ethnologe und AV-Künstler Thomas Burkhalter aus Interview-Aussagen Songtexte und Melodien entwickeln und daraus Songs und Tracks produzieren. Melodies In My Head bringt Ethnographie, Journalismus und Kunst zusammen und schafft eine neue, eingängige Popmusik mit Tiefgang. Burkhalter und Jakob arbeiteten bereits erfolgreich zusammen in Projekten wie «Clash Of Gods» (mit Christophe Jaquet), einem multidisziplinären Theater, sowie der Podcast Serie «Gqom Edits» (mit Marcel Gschwend aka Bit-Tuner - nominiert für den Prix Europa), der Podcast-Reihe «Timezones» (in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut).

facebook.com/daniel.jakob.96
facebook.com/dejotdejot/
mouthwateringrecords.com/
norient.com/tbu

OMNI SELASSI
 
Omni Selassi sagt danke: «Die Freude ja Ehre ist dergestalt gross, dass der Gleichgewichtssinn fast nicht mehr normal funktioniert, oben, unten: hm. Was tun mit 25 Koffern voll Dollars? Wir machen schon weiter wie bisher, einfach besser. Wir können uns jetzt einen Bus kaufen von Toyota o. Mitsubishi, die lassen sich auf der ganzen Welt reparieren. Wir können ein zweites Album aufnehmen, während das erste noch nicht draussen ist. Ausserdem fühlt sich die Nummer mit der FONDATION SUISA-Liste jetzt jedes Mal so an, als würden wir einen Bankcheque signieren – cool.»

omniselassi.com

WURMBASLEHUUFE.CH
 
Die drei Thurgauer Musiker Christoph «Sirgel» Hartmann, Roland Hofer und Niculin Janett komponieren für jede der 80 Thurgauer Gemeinden eine «eigene» Volksmusik-Melodie mit einfacher Akkordbegleitung. Die Kompositionen werden ohne Urheberrecht auf der Internetplattform «www.wurmbaslehuufe.ch» kostenlos als Noten und Ton-Dateien zur Verfügung gestellt. Die Online-Plattform soll zu einem Treff- und Informations-punkt sowohl für die Bevölkerung als auch für Kulturschaffende heranwachsen, welche den eigenen Horizont betreffend Schweizer Volksmusik erweitern wollen.

Projekt  wurmbaslehuufe.ch
Christoph Hartmann  sirgelsound.ch
Niculin Janett  niculinjanett.ch

 

by moxi